Fasnachtsumzug

Fasnacht 2014 Fotos

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Alle Fotos der Fasnacht 2014 sind unter www.f-boesch.ch ersichtlich. Copyright by f-boesch.ch

Fasnacht 2014 - avanti soletti

avanti soletti 2014


  • 12.01.2014 - Plagettebörse (Plakat)

  • 13.01.2014 - Hilari

  • 30.01.2014 - Ultimo für s'abgäh und yzahle vor Voryzugslischte

  • 22.02.2014 - Schaufänschter und Wirtschafteprämierig

  • 26.02.2014 - Chinderchesslette unger dr Leitig vor Vorschtadt-Zunft

  • 27.02.2014 - Chesslette -Start: 05:00 Uhr, Proklamation, Chinderumzug -Start 14:31 Uhr- mit Prämierig

  • - Höflisinge, SchniBaMu und grosses Masgetrybe

    - Ufschpile vo de Guggemusige ir ganze Stadt, und i meine au ir ganze Schtadt!

  • 28.02.2014 - Behinderete-Bau ir Deko vom Ballzillus im Landhaus

    - Frytig mit Guggemusige am Märitplatz und uf dr Schtross
  • Plakat
  • 01.03.2014 - Ballzillus im Landhus und Schtrosse-Fasnacht für Aui

  • 02.03.2014 - Umzug - Start 14:31 Uhr, Konfettischlacht und Monschterguggete

  • 03.03.2014 - Drummgugulalapfiff im Kofmäuh

  • 04.03.2014 - Umzug - Start 14:31 Uhr, Zapfeschtreich und Zwöufichlapf uf dr Sankt Urse Schtäge

  • 05.03.2014 - Böögverbrönne Märetplatz und anschliessend Cherzlilösche i dr Wirthe, Rote Turm und Stephan

Fasnachtsstart bis 2035

Fasnacht 2015 - ungerobsi

Hauptversammlung 2014 der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn UNO

Die Solothurner Fasnacht hat einen neuen Ober-Ober

Lange scheint es her zu sein, als tausende von begeisterten Narren die Gassen der schönen Stadt Solothurn belebten. Mittlerweile ist die Fasnacht 2013 Vergangenheit, fasnächtliche Ruhe ist eingekehrt. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für das kommende Fest auf Hochtouren. Mit der Hauptversammlung der UNO haben die Anwesenden Närrinen und Narren Markus Wälti von Weschtstadt-Zunft zu ihrem neuen Ober-Ober erkoren.

Ein Dankeschön an Petrus

Am Montag wurde der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) eine ganz besondere Ehre zu Teil: In der Halle der Fasnachtszunft Hauptgassleist HGL erhielt der UNO-Vorstand Gastrecht für seine Hauptversammlung. Dort, wo sonst die Späne fliegen, dem Umzugswagen Leben eingehaucht wird und die HGL-Narren sich tummeln, trafen sich rund 60 Delegierte des UNO-Vorstandes, der Zünfte, der Guggenmusiken und der Schnitzelbankgruppen zum Rapport. Zum letzten Mal in seiner Funktion als Ober-Ober der Fasnacht eröffnete Max Kaeser die Hauptversammlung 2014. Mit grossem Interesse erwarteten die anwesenden Närrinnen und Narren das Fazit zur Vergangenen Fasnacht. Und mit Spannung erwarteten sie die Stabsübergabe an den Designierten Nachfolger von Kaeser.

Kaesers Fazit zur vergangenen Fasnacht viel durchwegs positiv aus. So meinte er etwa mit Blick aufs Wetter: „Der heisse Draht zu Petrus hat auch dieses Jahr keine Störungen zugelassen.“ Und mit dem Umzug schien der scheidende Ober-Ober ebenfalls zufrieden zu sein. Abgesehen von einigen Bagatellfällen und kleinen Pannen sei es ein „wunderschöner Umzug“ gewesen, sagte Kaeser.

Einzigartig sei zudem gewesen, dass er als Ober-Ober in einem Jahr gleich an fünf offizielle „Chessleten“ hatte teilnehmen dürfen. Zur Erinnerung: Die Solothurner Fasnacht stellte Chessler-Delegationen für die OLMA in St. Gallen und den Umzug in Sainelègier. Dank gelte in diesem Zusammenhang dem Alt-Ober der Honolulu-Zunft Peter Keller, welcher Kaeser seinen Oberchessler jeweils zur Verfügung gestellt hatte. Keller wurde denn auch würdig in den Kreis der Ehren-Oberen aufgenommen.

Finanzen sind im Lot

Säckelmeisterin Corinne Guldimann bestätigte, dass man sich eine neue Fasnacht leisten kann. Trotzdem, dass die UNO heuer den ganzen Gewinn an die Gruppen ausschütten wird, ist die Kasse weiterhin gut gefüllt. Man habe mehr eingenommen als Budgetiert, so Guldimann. Und gleichzeitig zeigte das strenge Finanzregime der Säckelmeisterin Wirkung – die UNO hat auch weniger ausgegeben. Die effiziente Kassenführung wurde mit anhaltendem Beifall honoriert. Ebenso die unermüdliche Arbeit von Toni Armbrust, der stets darum besorgt ist, dass alles rund um die Plaketten stimmt – notabene die Haupteinnahmequelle der UNO.

Die restlichen Traktanden des Abends brachte Kaeser in Rekordzeit durch. Zum Abschied blieb ihm noch, seinen Nachfolger von der Versammlung wählen zu lassen. Markus Wälti wurde denn auch ohne Gegenstimmen zum neuen Ober-Ober gewählt. Kaeser selber ist neu Ehren-Ober-Ober. Verabschiedet hat er sich im Übrigen mit einem gewaltigen Feuerwerk – er ist gegangen wie er gekommen ist: Mit einem Knall. fm/uno


Plakettenwettbewerb

“Drehscheibe” ist Sieger

Das Rennen um die neuen Plaketten für die kommende Solothurner Fasnacht brachte eine grosse Überraschung: Sie werden drehbar sein. Der Vorstand der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (Uno) kürte das Werk „Drehscheibe“ von Toni Armbrust aus Bellach zum Sieger und war sich einig: Das gab es so noch nie.

Unter strenger Anleitung von Ober-Ober Max Kaeser wurden am letzten Freitag Plakate und Plakettenvorschläge von insgesamt neun Künstlern bewertet. Das sind gleich viele Eingaben wie im letzten Jahr. Die 14 Juroren setzten sich zusammen aus dem Uno-Vorstand und den Ehren-Ober-Obern – der Ober-Ober selber enthielt sich wie üblich der Stimme. Das Abstimmungsprozedere sah zwei Wahlgänge vor. Im ersten wurden drei Sujets ausgeschieden, im zweiten wurde der Sieger erkoren. Der Jury waren die Namen der Künstler nicht bekannt.

Beim jurieren zählen für die Uno die Originalität der Werke, aber auch deren Umsetzbarkeit. Punkte mussten an alle Eingaben vergeben werden. Die Skala reichte von einem bis neun im ersten und von einem bis sechs Punkte im zweiten Durchgang. Für den anwesenden Experten der Plakettenfirma Gravura aus Rothenburg, Christoph Sapper, ist das Siegersujet eine „grosse Herausforderung“, wie er sagte, aber umsetzbar. Der Clou ist, dass sich der innere Ring der Plaketten wird drehen lassen – ausser bei der Bronzenen, die wird aus einem Guss sein. Nach der Kür würdigte Sapper die Idee von Toni Armbrust mit den Worten: „Das Ding will ich unbedingt machen.“

Da die Haupteinnahmequelle der Uno der Erlös aus dem Plakettenverkauf ist, richten die Vorstandsmitglieder beim Auswählen des Plakat- und Plakettenentwurfs in der zweiten Jurierungsrunde jeweils einen speziellen Blick auf die Realisierbarkeit der Plakette. Der geladene Fachmann erklärte der Jury, dass nicht alle Eingaben leicht hätten realisiert werden können, was mit Änderungen an den Werken der Künstler verbunden gewesen wäre.

Toni Armbrust setzte sich schliesslich deutlich durch. Auf Platz zwei landete Kurt Leisi aus Langendorf, der Sieger aus dem letzten Jahr. Und auf dem 3. Platz folgte Margrit Fritsch (Riedholz).

Alle Entwürfe werden während des Märetfestes (20. und 21. Juni 2014) in der Infothek ausgestellt. Auch am Risottoessen der Weschtstadt-Zunft (1. Septemberwochenende) können Interessierte die Entwürfe begutachten. fm/uno

Solothurner Fasnachtsgeschichte

Geschichte der Solothurner Fasnacht


Die Solothurner haben nachweisbar schon im 15. Jahrhundert Fasnacht gemacht.
Fasnachtsumzüge gibt es in Solothurn seit Jahrhunderten. Sie glichen früher, natürlich in bescheidener Art, eher einem Karneval von Nizza, mit schönen Kostümen und prunkvollen Wagen. 1754 wurde ein Umzug mit 22 Gruppen unter dem Motto "Hundertjähriger Kalender" durchgeführt. Früher waren die Umzüge einem dominierenden Thema untergeordnet, heute setzen sie sich aus vielfältigen Gruppen zusammen, die meistens eine Aktualität aufs Korn nehmen, die aber mit dem eigentlichen Fasnachtssujet kaum einen Zusammenhang hat.
Heutzutage ist es immer sehr spannend, den Fasnachts-Sonntag zu erwarten, um zu sehen, was für originelle Sujets, Kostüme und Fasnachtswagen am Umzug zu sehen sind. Es ist auf jeden Fall für jedermann und jede Frau eine Sehenswürdigkeit, den Solothurner Fasnachts-Umzug am Fasnachts-Sonntag und Fasnachts-Dienstag Nachmittag ab 14.31 Uhr zu sehen.

Vom Hilari bis am Aschermittwoch


Hilari
Die Solothurner Fasnacht beginnt mit dem 13. Jänner. Hilari, Hilari heisst heiter, fröhlich. Mit dem Hilaritag beginnt eine heitere Zeit. Ab diesem Tag heisst Solothurn "Honolulu" und die Rathausgasse "Eselsgasse".
Historisch ist der effektive Beginn der Fasnacht am späten Nachmittag im Restaurant zum alten Stephan am Friedhofplatz, denn immerhin seit 1888 versammelt sich dort im Säli im ersten Stock die Narrenzunft Honolulu und der Ober zündet die Narrenlampe an.
Die Zeit zwischen Hilari und Fasnacht ist in Honolulu mit vielfältigen Vorbereitungen ausgefüllt: Värsli werden gebrünzelt, es wird gebastelt, gezimmert, gemalt, geschneidert und die jeweiligen Stammlokale dekoriert. Die Fasnachtszeitungen erscheinen.

Schmutziger Donnerstag
Mit der Chesslete bricht die Fasnacht vollends in den honolulesischen Alltag ein: Das sogenannte Einläuten der Fasnacht. Bereits am Vortag ist Kinderchesslete, als leise Andeutung auf das, was folgt. Morgens um 5.00 Uhr gibt der Oberchessler auf dem Friedhofplatz das Startsignal, und mit Klamauk und Getöse dringen die Akteure in die stillen Gassen der Altstadt ein und erfüllen sie mit schaurigschönen Chaotenklängen. Kuhglocken, Hörner, Rätschen usw. gehören zum Lärmwerkzeug. Nachthemd, Zipfelmütze und rotes Halstuch sind allgemeines Tenü. Vom kleinsten Knirps bis zum Grosspapa ist alles da. Nach dem Rundgang durch Alt- und Vorstadt gibt es spendierte Mütschli und Mehlsuppe. Am Mittag sollte der Spuk vorbei sein, aber am Vormittag bimmelt es noch in den Strassen, was zu den Auswüchsen unserer schönen Bräuche gehört. Am Nachmittag des Schmutzigen Donnerstag verkleiden sich die Kinder und liefern sich in der Hauptgasse die ersten Konfetti-Schlachten. 1982 wurde erstmals und mit grossem Erfolg ein Kinderumzug gestartet. Am Abend ziehen Gruppen von Beiz zu Beiz, Guggemusigen, Tambouren und Schnitzelbänkler.

Fasnachtssonntag
Pünktlich mit dem Kanonenschuss um 14.31 Uhr auf dem Amthausplatz beginnt der Solothurner Fasnachts-Umzug. Prominente werden von den Wagen herab begrüsst und aufs Korn genommen, Leute am Strassenrand werden zu Aktivitäten auf die Wagen geholt. Die Guggemusigen schränzen ihre ohrenquälenden bis schmeichelnden Rhythmen. Meistens heitere Gesichter gibt es bei den Akteuren wie bei den Tausenden von Zivilisten, deren Plakette am Revers nicht nur der Ausweis für ihr Eintrittsgeld zum Vergnügen ist, sondern sie mehr oder weniger als Fasnachtsexperten auszeichnet.
Auf der Umzugsroute ist das Bieltor jeweils ein Nadelöhr, das den Wagenbauern technische Raffinessen abfordert, damit es passiert werden kann. Vom Amthausplatz durchs Bieltor, durch die Gurzelngasse, Hauptgasse, an der schönen St. Ursen-Kathedrale vorbei den Kronenstutz herab über die Kreuzackerbrücke in die Vorstadt und von dort über die Wengibrücke wieder zurück zum Amthausplatz. Im Anschluss an den Umzug findet auf der St. Ursen-Treppe die Monster-Guggerete statt. Die ganze Hauptgasse wiegt sich im seligen Hin und Her zu den klängen der farbenprächtig kostümierten Guggen. Danach herscht wieder wirtschaftliche Hochkonjunktur in den Gaststätten. Das Programm vom Abend des Schmutzigen Donnerstags wird in Variationen von den zahlreichen grösseren und kleinern Gruppen erneut dem Publikum vorgeführt. Sogar im Stadttheater kann dieses fasnächtliche Schauspiel in vielen Akten genossen werden. Am Montag sieht man den ganzen Tag vereinzelte Böögge ganz ruhig und gemächlich den Heimweg antreten.

Fasnachtsmontag
Einen Güdismäntig wie die Luzerner oder Rosenmontag wie die Rheinländer kennen wir nicht. Aber das "Drumm-Gugu-Lala-Pfiff" wickelt sich am Abend im Kofmehl ab. Unter diesem Titel unterhalten sich Tambouren, Guggemusigen und Schnitzelbankgruppen gegenseitig und exklusiv mit ihren neusten Hits.

Fasnachtsdienstag
Schulen und Büros sind am Nachmittag geschlossen. Der Umzug schlängelt sich nochmals durchs Stedtli. Die Stimmung ist lockerer als am Sonntag, die Fasnachtseuphorie schwillt an; wenn um 17.30 Uhr das Narrenvolk zum Zapfenstreich antritt, steht das Publikum wieder in dichten Reihen am Rande der Defilierstrecke. Der Zapfenstreich ist ein Finale von einmaliger Farbenpracht und aufschäumender Heiterkeit.
Erstmals durchgeführt Anno 1951, vereinigt er nochmals alle Kostümierten, die ihre Larven abgelegt haben, darunter hunderte meist Jugentliche mit oder ohnen Verkleidung. Arm in Arm hüpfen sie der Umzugsstrecke entlang. Den Rhythmus dazu geben Guggemusigen und Tambouren zur monotonen Melodie, die alle mitsingen: "I ma nümm", "I ma nümm".
Nach dem Auflösen des wilden Zuges vor den Domherrenhäusern beim Baseltor steigen die aktiven Fasnächtler nach einer kurzen Pause nochmals ins Gewoge honolulesischer Freuden, zum Intrigieren, Produzieren, Pokulieren, Tafeln, Tanzen bis in den Morgen des Aschermittwochs hinein. Am Aschermittwoch sieht man den ganzen Tag vereinzelte Böögge noch ruhiger und gemächlicher den Heimweg antreten.

Aschermittwoch
Er hat mit Asche zu tun. "Gedenke, Mensch, dass du Staub bist." Geh in dich, Mensch, nachdem so viel aus dir herausgeströmt ist an Freude und Ausgelassenheit.
Noch hat das Pendel der Fasnacht nicht ausgeschwungen. Die Tradition der Narrenzunft Honolulu verlangt die Abwicklung des letzten Aktes: Die Verbrennung des Böögg. Sie ist so alt wie unser Jahrhundert. 1900 war es ein Papierdrache, der als Freudenfeuer auf dem Marktplatz verbrannt wurde. Seither wird der fünfmal lebensgrosse Böögg, eine Phantasiegestalt, dem Flammentod übergeben. Im Zeichen der Gleichberechtigung ist es abwechslungsweise ein Mann und eine Frau. Viel Volk ist nochmals angerückt. Der Böögg ragt wie ein Ungeheuer in die Höhe. Unter den Klängen des Brämenliedes: "übere Gotthard flüge d Bräme" umkreisen die Honolulu-Narren, zusätzlich angeführt von den Tambouren, den Böögg in langsamen Schritten, während die ersten Flammen aus dem Monster züngeln. Der Böögg "läderet", wird von Raketenknallern zerfetzt und brennt, manchmal schnell und manchmal weniger schnell, nieder. Vereinzelt kann mann bei den Zuschauern Tränen sehen, die glänzend die Wangen herab kullern. Von dem Böögg ist nur noch ein armseliges Gerippe vorhanden, die Zuschauer ziehen sich zurück. Fasnacht ade....., "die Träne im Knopfloch!"
Die Stadt wird wieder sich selbst, aus Honolulu wird wieder Solothurn, und die Eselsgasse heisst wieder ganz gewöhnlich Rathausgasse. Der Ammann ist wieder im Amt. Ein Fünklein Fasnachtsfreude glimmt aber in manchen Narrenherzen weiter und wird ganz bestimmt am nächsten Hilari wieder unwiderstehlich angefacht werden. So ist Fasnacht in Solothurn wie eine chronische Krankheit, die ungefähr alle zwölf Monate ausbricht und nur durch tüchtiges Mitwirken kuriert werden kann.
Der Text stammt hauptsächlich aus dem Buch: Solothurner Fasnacht, erschienen im Verlag der Altstadt Buchhandlung in Solothurn.

Text Max Egger, Ruedi Rust.

Fasnachtszeitung

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